
Wenn du Gluten zu dir genommen hast
Das kann jedem passieren
Es kommt vor, dass eine Person mit Zöliakie aus Versehen Gluten zu sich nimmt. Vielleicht isst man versehentlich normale Pasta statt glutenfreier. Oder es passiert ein Fehler zu Hause, im Restaurant oder in der Schulküche. Kleine und große Glutenfallen gibt es überall, und fast alle Menschen mit Zöliakie erleben irgendwann, dass sie versehentlich Gluten zu sich genommen haben.
Reg dich bei einem Versehen nicht unnötig auf
Es ist wichtig, bei einem einmaligen Versehen nicht sofort akut besorgt zu werden. Sorge ist nicht gut und kann an sich schon einen unruhigen Magen verursachen. Vor allem solltest du deine Sorge nicht auf ein Kind mit Zöliakie übertragen. Ärztinnen/Ärzte und Ernährungsberaterinnen/Ernährungsberater auf diesem Gebiet sind sich einig, dass ein einmaliger Fehler nicht die Welt bedeutet – auch wenn es natürlich nicht gut ist. Wenn es passiert ist, dann ist es passiert, und wenn man kein weiteres Gluten zuführt, lässt die Reaktion im Darm bald wieder nach. Wie lange das dauert, kann wohl je nach Person und je nach aufgenommener Glutenmenge unterschiedlich sein, aber das ist schwer einzuschätzen.
Schonkost hilft bei Magenbeschwerden
Im Internet und in sozialen Medien kursieren viele Ratschläge und Hausmittel dazu, was man tun soll, wenn man aus Versehen Gluten zu sich genommen hat. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass bestimmte Lebensmittel helfen würden. Es gibt auch keine Erklärung dafür, warum diese Tipps funktionieren sollten. Wenn du Gluten zu dir genommen hast, heißt es im Grunde einfach abwarten – eine Wundermedizin gibt es leider nicht. Du kannst aber die Beschwerden, die auftreten (Schmerzen, Durchfall usw.), genauso behandeln, wie du eine Magen-Darm-Grippe behandeln würdest: mit Essen und Trinken, das den Magen schont.
1. Iss „schonende“ Lebensmittel, zum Beispiel Reis, gekochten Fisch, Blaubeersuppe, glutenfreies Weißbrot (weiß = nicht ballaststoffreich).
2. Vermeide Kaffee, Laktose, scharfe Gewürze und zu viele Ballaststoffe.
3. Nimm Probiotika – das kann in manchen Fällen helfen.
4. Ergänze bei Bedarf mit einer Elektrolytlösung.